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Stearinsaures Tongkat Ali mit Rueckstaenden von Tierkadavern

Von Serge Kreutz (2011)

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Mehrere amerikanische Tongkat Ali Extrakt Produkte werden ueber das Internet auch an deutschsprachige Kaeufer vermarktet.

Die meisten deutschsprachigen Konsumenten wiegen sich mit Nahrungsmittelergaenzungsstoffen aus den USA in Sicherheit. Die gaengige Vermutung ist, dass diese Mittel in den USA genauso, oder sogar strenger kontrolliert werden als in Deutschland oder der EU.

Tatsache ist jedoch, dass der US-Markt fuer solche Supplements der weltweit unkontrollierteste ueberhaupt ist.

Da darf alles zusammengepanscht werden. Zulassungen fuer den Vertrieb dieser Praeparate sind nicht erforderlich. Im Gegenteil: um Praeparate vom Markt zu nehmen, ist eine aufwendige Beweisfuehrung seitens der Gesundheitsbehoerden oder der oeffentlichen Strafverfolgung erforderlich.

Doch die amerikanischen Behoerden sind mit der Ueberwachung der Flut neuer Praeparate total ueberfordert. Auch mit der Kontrolle immer neuer Tongkat Ali Praeparate.

Solange mit einem Praeparat nach der Einnahme nichts ernsthaftes passiert, bleibt es frei verkaeuflich. Konsumenten sind die Versuchskaninchen neuer Produkte. Es ist das reinste Manchestertum.

Eine der Substanzen, die in den amerikanischen Fabriken fuer Nahrungsergaenzungsstoffe dem Tongkat Ali beigemischt wird, ist Stearinsaeure. Oder ein Stearat genanntes Salz der Sterinsaeure.

Stearinsaeure und Stearate sind dabei nicht einmal Wirkungsstoffe. Sie werden nur deshalb beigemischt, weil sich der Tongkat Ali Extrakt dann viel leichter verarbeiten laesst.

Amerikanische Stearinsaeure und amerikanische Stearate. Chinesische Stearinsaeure und chinesische Stearate.

Natuerlicher Tongkat Ali Extrakt ist schwierig zu verarbeiten. Die Erzeugungsmethode ist, die Wirkungsstoffe mit Wasser aus der Zellulose zu extraktieren, und dann dem fluessigen Extrakt das Wasser zu entziehen. Der Extrakt ist dann natuerlich aeusserst hydrophil. Das heisst, er verbindet sich, woimmer offen gelagert, schnell und gerne mit der allgemeinen Luftfeuchtigkeit.

Der Tongkat Ali Extrakt verklumpt dann, und die Klumpen koennen eine beachtliche Haerte aufweisen. Dieser Extrakt ist dann nicht mehr in modernen

Verkapselungsmaschinen verarbeitbar.

Deshalb werden Stearinsaeure oder Stearate beigemischt. Stearinsaeure ist eine wachsartige Substanz (man kann auck Kerzen draus machen). Stearate sind trockener.

Aus technischer Sicht eignen sich sowohl Stearinsaeure als auch Stearate wunderbar, um Tongkat Ali Extrakt leicht verarbeitbar zu machen. Mischungen mit Stearinsaeure oder Stearaten haben eine gut in sich selbst haftende Konsistenz, ohne aber an Ausruestung und Maschinen kleben zu bleiben.

An sich, und rein theoretische, ist Stearinsaeure eine natuerliche, und ungefaehrliche, Angelegenheit. Stearinsaeure ist ein Bestandteil eines Grossteils pflanzlicher und tierischer Fette, und damit in der menschlichen Nahrung praktisch immer vorhanden.

Deshalb sind die Bestimmungen zu Stearinsaeure und Stearaten in Nahrungsergaenzungsstoffen lax. Es muss zum Beispiel nicht einmal kundgetan werden, wieviel Stearinsaeure einem Tongkat Ali Extrakt beigemischt wurde. Selbst wenn ein angeblicher Tongkat Ali Extrakt zu 70 Prozent aus Stearinsaeure-Beimischung besteht, muss das auf dem Produktaufkleber in vielen Laendern nicht ersichtlich sein. Obergrenzen sind normalerweise nicht definiert.

Ohnehin ist die Beigabe zu Nahrungsmittelergaenzungsstoffen fuer den menschlichen Verzehr nur eine Randverwendung fuer Stearinsaeure.

Mehr findet sich in Futtermitteln fuer Tiere, und die meiste Stearinsaeure landet in der Produktion von Seifen und Waschmitteln.

Stearinsaeure plus Natronlauge ergibt, wie man in der Schulchemie gelernt, aber laengst wieder vergessen hat, eine einfache Kernseife.

Da Stearinsaeure ohnehin ein natuerlicher Bestandteil zahlreicher menschlicher Nahrungsmittel ist, ist sie theoretisch unschaedlich. Aber da besteht ein feiner Unterschied zwischen theoretisch und praktisch, und zwischen unschaedlich und unbedenklich.

Natuerliche Stearinsaeure, wie etwa in Kakao, ist zwar eine feine Sache

Aber industriell erzeugte Stearinsaeure ist ehrlich gesagt ein ziemlicher Scheissdreck.

Denn diese industrielle Stearinsaeure ist ueblicherweise ein Erzugnis der Tierkadaver- Verwertung.

Totgefahrenes Wild, verendetes Vieh, euthanisierte Katzen und Hunde, Schlachtabfaelle, verdorbenes Fleisch aus Lebensmittellaeden, alte Eier und saure Milch... all das laesst sich wunderbar zu Stearinsaeure aufkochen.

Und heraus kam der Rinderwahnsinn.

Die Tierkadaver-Verwertung und die Rueckfuehrung von Erzeugnissen der Tierkadaver- Verwertung in die Nahrungskette des Menschen war es ja, was vor etwa einem Jahrzehnt die BSE-Seuche verursachte. Nicht von ungefaehr im anglikanischen Kulturraum.

Den nirgendwo auf der Welt, ausser vielleicht in China, ist die kommerzielle Verwertung von Tierkadavern so auf Profit optimiert wie in den USA und Grossbritannien.

In Europa hat man die Lektion gelernt. In Deutschland muessen Tierkadaver und Fleischabfaelle neuerdings (auch erst seit ein paar Jahren) in 3 Kategorien unterteilt werden, wobei Kadaver der Kategorie 1 und 2 sich auch auf Umwegen nicht zurueck in die menschliche Nahrungskette schleichen duerfen.

Aber guck' mal nach den USA. Da war der Rinderwahnsinn kein ernstes Problem. Und deshalb werden dort nach wie vor Kadaver verarbeitet wie in Europa im vergangenen Jahrhundert.

Oder guck' mal nach China. Oder lieber nicht? Zu ekelerregend? Oder guck' vielleicht lieber doch.

Such mal bei Google nach "stearic acid" (der englische Name fuer Stearinsaeure). Da kann man dann sehen, dass die meisten und billigsten Stearinsaeure-Anbieter der Welt in China ansaessig sind. Und die exportieren hauptsaechlich in die USA.

Stearinsaeure in Tongkat Ali Extrakt Kapseln?

Unschaedlich? Vielleicht.

Unbedenklich? Da muss man wohl erst noch mal ueberlegen.

Unappetitlich? Auf jeden Fall.

Nach meinem besten Wissen werden in den USA nach wie vor Katzen und Hunde, die mit Pentobarbital dem Gnadentod preisgegeben wurden, in sogennanten "rendering plants" (kommerziellen Tierkadaververwerungsfirmen) zu Stearinsaeure und anderen interessanten Produkten verkocht.

Dasselbe passiert mit ueberfahrenen Haustieren, die am Strassenrand aufgelesen werden (ohne die Pestizid-Halsbaender zu entfernen).

Tieraugen und Eingeweide mit halb-verdautem Inhalt sind da noch die kleineren Uebel.

Und wenn man mal nach China schaut, und die dortige Geschaeftemacherei in Augenschein nimmt, kann man sich des Verdachts nicht erwehren, dass da noch zu 80 Prozent verweste Tierkadaver zu Stearinsaeure verwurstet werden. Technisch kein Problem, und eine einfache Laboruntersuchung kommt eh nur zu dem Ergebnis: Stearinsaeure ist Stearinsaeure.

Hier gilt die Unschaedlichkeitsvermutung geradeso wie bei chinesischem Milchpulver. Zumindest solange es keine toten Babys gibt.

Einen Schritt weiter will ich mal gar nicht gehen. Ein Schritt weiter waeren die menschlichen Kadaver nach Naturkatastrophen mit hunderttausenden von Toten, oder die Entsorgung von Hinrichtungsopfern oder Todesfaellen in Gefangenenlagern. Oder einfach Grabraeuberei.


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